Rebensaft - der Radio Munot Krimi von Hans Rudolf Graf
Was bisher geschah
Georg Tanner ist im Kanton Schaffhausen aufgewachsen und arbeitet jetzt bei der Basler Kriminalpolizei. Bei der alljährlichen Traubenlese im Rebberg der Familie Tanner stösst er auf eine Leiche.
So beginnt eine Geschichte, die Tanner noch tief in einen vergessenen, ja verdrängten Teil seiner eigenen Lebensgeschichte zurück führen wird.
Der Tote ist Peter Mühlemann, ein alter Freund Tanners. Vor mehr als zwölf Jahren hat Tanner ihm die Freundin, Laura, ausgespannt und ist mit ihr zusammen nach Basel gezogen. Dort ist sie wenig später in einer Bar in eine Messerstecherei geraten und tödlich verletzt worden. Peter hat Tanner die Schuld an ihrem Tod gegeben, was in einen schweren Streit gemündet hat. Tanner musste sich gegen den tätlichen Angriff seines Freundes wehren und verletzte ihn dabei lebensgefährlich. Kurz nach seiner Genesung ist Peter Mühlemann dann spurlos verschwunden. Alle waren davon überzeugt, dass er Selbstmord begangen hatte.
Und nun taucht er, mehr als zwölf Jahre später, als Leiche in einem Schaffhauser Rebberg auf.
Als Tanner im dichten Nebel die Leiche findet und den Toten erkennt, rutscht er vor Schreck im steilen Gelände aus, stürzt in den Schmutz und in die Blutlache von Peter Mühlemann. In dessen Hals steckt eine Rebschere, die seine Halsschlagader zerfetzt hat. Der Rebberg gehört dem Bruder des Toten. Tanner steigt - schmutzig und blutverschmiert - den Rebberg hoch, um die Polizei zu alarmieren und wird dabei von Hugo Schwaninger gesehen. Der vermutet einen Kampf.
Die Polizei mit dem Ermittler Xeno Peyer erscheint. Tanner erzählt notgedrungen einen Teil der alten Geschichte, die sich zwischen ihm und Peter Mühlemann zugetragen hat, und gerät dadurch in den Augen von Peyer unter Tatverdacht.
Wenig später meldet sich Hugo Schwaninger bei Tanner und erzählt ihm, dass er kurz vor dem Leichenfund einen Schwarm Stare habe aus den Reben bei der Leiche aufsteigen gesehen. Seiner Aussage nach seien diese von Judith Mühlemann, der Frau von Kurt Mühlemann - dem Bruder des Toten - aufgescheucht worden. Denn sie sei aus den Reben gekommen und im dichten Nebel davon gegangen.
Als Tanner am nächsten Morgen zum Hof der Mühlemanns fährt, um mit Judith zu reden, staunt er über den schönen Hof. Wie anders war das, als Vater Mühlemann noch den Hof führte. Damals war alles recht herunter gekommen gewesen. Er fragt sich, wo der Vater jetzt wohl sei. Dann trifft er auf Stefan, den 12-jährigen Sohn von Judith und Kurt, der ihn an den toten Peter erinnert.
Schliesslich kann er mit Judith reden, die ihm zunächst zu verstehen gibt, dass er damals, als er mit der Freundin von Peter abgehauen sei, niederträchtig gehandelt habe. Als er Judith dann mit der Zeugenaussage konfrontiert, wirkt sie überrascht und streitet ab, zur fraglichen Zeit am Tatort gewesen zu sein. Sie sei bei ihren Leuten am Servieren des Mittagessens gewesen. Tanner sagt ihr, dass Hugo Schwaninger sie gesehen habe, was sie sehr erstaunt. Sie bricht das Gespräch jäh ab, unter dem Vorwand, sie habe einen Friseurtermin.
Kurz darauf bekommt Tanner einen erneuten Anruf von Hugo Schwaninger, der ihm sagt, Kurt Mühlmann habe kein Alibi für die Tatzeit. Tanner unterrichtet darauf hin die Kollegen von der Schaffhauser Polizei. Diese haben Fingerabdrücke auf der Rebschere aus Peter Mühlemanns Hals gefunden und wollen mit deren Hilfe herausfinden, wem die Schere gehört und wer sie zuletzt in der Hand hielt. Von allen Personen, die in der Nähe des Tatortes waren, sollen nun die Fingerabdrücke genommen werden.
Auf dem Mühlemannhof begegnet Tanner dem Vater von Peter und Kurt Mühlemann. Dieser greift ihn ohne Vorwarnung mit einer Mistgabel an, mit dem Vorwurf, Peter getötet zu haben. Nicht in den Reben, sondern damals,als er ihm die Freundin abspenstig machte. Kurt Mühlemnn kommt hinzu und kann seinen Vater davon abhalten, Tanner ernsthaft zu verletzen. Tanner kann fliehen.
Von der Polizei erfährt er wenig später, dass die Fingerabdruckaktion keinen Erfolg gebracht hatte. Die Abdrücke gehören keiner der untersuchten Pesonen. Die Polizei hat in der Zwischenzeit auch Abklärungen über die Vergangeheit des Ermordeten gemacht und interessante Resultate erhalten. Er habe in den letzten Jahren in Genf als Anwalt gelebt und gearbeitet. Kürzlich sei er aber bei einem seiner Kunden, einem Geschäftsmann, der im Verdacht steht, zur russischen Mafia zu gehören, in Ungnade gefallen. Er habe dessen Prozess wegen der Auslieferung an Russland verdorben.
Wieder ruft Hugo Schwaninger an und macht Tanner auf die Ähnlichkeit zwischen dem Sohn von Kurt - Stefan - und dem ermordeteten Peter Mühlemann aufmerksam. Die war Tanner ja selbst schon aufgefallen. Bei mehreren Glas Alkoholischem besprechen Tanner und Peyer, wie sie weiter vorgehen wollen. Die Besprechung endet für beide Polizisten mit einer kurzen Nacht und gewissen Nachwirkungen. Am nächsten Tag sucht Tanner Judith Mühlemann auf und befragt sie über ihre Vergangenheit - mit wem sie alles so Affären hatte. Vater Mühlemann und sein Pudel Köbi sind auch wieder auf dem Hof.
Sie gibt freimütig zu, dass sie sowohl mit Huo Schwaninger als auch mit Peter Mühlemann eine kurze Liebschaft hatte. Hugo - so meint sie - sei wohl nie ganz derüber hinweg gekommen, dass er für sie nur eine Episode war. Tanner fällt auf, dass die Affaire mit Peter Mühlemann wohl in die Zeit fiel, als Judith eigentlich bereits fest mit Kurt, ihrem jetzigen Mann, zusammen war. Bevor er dem weiter nachgehen kann, wird Tanner von Peyer auf den Hof von Hugo Schwaningwer gerufen. Dort hat man am Schutzblech von Hugos Oldtimer-Traktor Blutspuren gefunden. Man hat den Verdacht, dass sie vom getöteten Peter stammen könnten.
Hugo leugnet, dass die Blutspuren von Peter stammen. Als dann aber auch an seinen Arbeitshandschuhen Blutspuren gefunden werden, ergreift er die Flucht. Es gelingt ihm, Tanners Wagen zu entwenden. Doch er kommt nicht weit und verunfallt. Kurt Mühlemann meldet sich bei Tanner und beschwert sich, dass er mit seiner Frau über deren frühere Liebschaften spreche, obwohl man erst gerade einen schweren Trauerfall in der Familie gehabt habe. Tanner findet, dass bisher kaum darüber getrauert worden sei und will wissen, was sich seit dem Auftauchen von Peter Mühlemann in der Familie abgespielt hat.
Hugo, der beim Unfall eine Gehirnerschütterung erlitten hat, gesteht, Peter Mühlemann die Rebschere in den Hals gerammt zu haben. Aber der habe schon bewusstlos in den Reben gelegen, als er ihn fand. Dann fällt er ihn Ohnmacht und muss in Spitalpflege verbracht werden. Tanner und Peyer neigen dazu, die Version von Schwaninger zu glauben und wissen nun also, dass ncoh ein zweiter Täter existieren muss. Tanner will nun die Mühlemanns über die Vorgangäng vor Peters Verschwinden befragen und auch wissen, ob Stefan wirklich der Sohn von Kurt Mühlemann ist.
Auf Tanners Frage hin gibt Kurt Mühlemann ohne weiteres zu, dass er weiss, dass Stefan nicht sein Sohn ist. Er wusste schon vor der Heirat mit Judith, dass sie von seinem Bruder schwanger war. Weil er selbst aber keine Kinder zeugen kann, akzeptierte er Stefan schliesslich als seinen eigenen Sohn. Damit fällt Kurt Mühlemann als Täter aus Eifersucht wohl weg. Tanner bekommt einen Anruf von Kollege Peyer und will sofort zu dessen Büro fahren. Als er zu seinem Fahrzeug zurück geht, wird er vom Pudel von Vater Mühlemann angefallen und gebissen.







